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Nachbarschaftshelfer für Pflegebedürftige: Erfolgreicher Kurs in Niebüll

Autor: CIS am 02.05.2016

Nachbarschaftshilfe

»Wir haben Unsicherheiten und Berührungsängste gegenüber Demenzkranken abgebaut. Es sollte viel mehr Kurse dieser Art geben« - so lassen sich die Reaktionen der Teilnehmer eines Seminars für Angehörige und künftige Helfer von Pflegebedürftigen zusammenfassen, das Mitte April in Niebüll stattfand.

Foto: Kreis Nordfriesland

Eingeladen hatten der Pflegestützpunkt im Kreis Nordfriesland und das Kompetenzzentrum Demenz der Alzheimer-Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. (AGSH). Angelica Lorenzen vom Pflegestützpunkt begrüßte die Teilnehmer, die AGSH führte die Veranstaltung durch. Gekommen waren zehn Menschen, die Demenzkranke und ihre Angehörigen unterstützen möchten.

In den Mittelpunkt des praxisnahen Seminars stellten die beiden erfahrenen Referentinnen, Anne Brandt und Ines Hundsdörfer, die sogenannten »Nachbarschaftshelfer«: Seit letztem Jahr steht allen Menschen mit einer Demenzerkrankung oder einer Pflegestufe die Möglichkeit offen, über die Pflegeversicherung einfache Hilfen wie die Betreuung bei Arztbesuchen oder die sinnvolle Beschäftigung der Erkrankten zu finanzieren. Jedem Betroffenen stehen monatlich 104 Euro für solche Betreuungs- und Entlastungsleistungen zu. Nicht förderfähig sind pflegerische Tätigkeiten, die üblicherweise Pflegedienste oder Angehörige leisten.

»Es gibt einen hohen Bedarf für diese Art der Unterstützung«, weiß Lennart Sandvoss vom Pflegestützpunkt. Doch wer sie als Nachbarschaftshelfer anbieten will, muss im pädagogischen oder gesundheitlichen Sektor qualifiziert sein oder eine anerkannte Grundlagenschulung absolvieren. Die in Niebüll angebotene Schulung erfüllte gemäß Paragraph 45 des Sozialgesetzbuches XI die Anerkennungsvoraussetzungen für Schleswig-Holstein.

Die Teilnehmenden können in sogenannten niedrigschwelligen Angeboten oder als Nachbarschaftshelfer tätig werden. »Unsere Schulung nahm 20 Unterrichtsstunden in Anspruch. Wir haben Grundlagenwissen zum Krankheitsbild Demenz vermittelt und zum Beispiel erläutert, wie die Kommunikation und das Verhalten der Erkrankten sich verändern«, berichtet Sandvoss. Auch die Auswirkungen der Erkrankung auf die Angehörigen wurden thematisiert.

»Immer wieder treffen wir pflegende Angehörige, die praktisch keine Zeit mehr für sich selbst haben. Diese Überbeanspruchung kann auf Dauer krank machen. Das würde kein Mensch mit Demenz seiner Familie zumuten wollen«, betont Sandvoss. Deshalb gehöre auch das Erkennen der eigenen Grenzen zum Inhalt des Seminars. »Und die Nachbarschaftshelfer entlasten ja nicht nur den Erkrankten, sondern auch die Familie.«

Das Land Schleswig-Holstein hat festgelegt, dass die Helfer in der Nähe wohnen und volljährig sein müssen und nicht in häuslicher Gemeinschaft mit der anspruchsberechtigten Person leben dürfen. Personen, die bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sind, wie zum Beispiel Kinder und Enkel, werden ebenfalls nicht als Helfer anerkannt. Alle anderen können als offizielle Nachbarschaftshelfer eine Aufwandsentschädigung von fünf bis acht Euro pro Stunde erhalten.

Unter Tel. 04841 897018 steht Angelica Lorenzen den Nachbarschaftshelfern im nördlichen Nordfriesland als Ansprechpartnerin und Beraterin in Fragen des Umgangs mit den Betroffenen zur Verfügung.

Die nächste Kurzschulung zum Umgang mit hilfebedürftigen Menschen wird bereits geplant. Die Kosten übernimmt in der Regel die Pflegekasse des Nachbarschaftshelfers. Nähere Informationen zur Anmeldung und zum Kursangebot gibt Lennart Sandvoss unter Tel. 04841 897023.

PM: Kreis Nordfriesland


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