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Überflutungen im Bereich der Nordsee

Autor: WERBUNG am 21.04.2018

sturm

Überflutungen im Bereich der Nordsee, aufgepeitscht durch den dahinterliegenden Atlantik sowie begünstigt durch viele flache Küstengebiete, sind historisch in großer Zahl überliefert. Teilweise führten sie zu Katastrophen, bei denen ganze Orte im Meer versanken!

Foto: Mario De Mattia

Ein Mittelalter der Stürme

Ab dem Spätmittelalter wurden die Küstenfeuchtgebiete entlang der südlichen Nordsee zunehmend von katastrophalen Sturmfluten getroffen. Diese Hochwasserkatastrophen, die tief im kollektiven Gedächtnis der Küstengesellschaft verwurzelt sind, wurden meist als Konsequenzen aus meteorologischen Störungen, Umweltschäden oder technischem Versagen bewertet. Überdies spielten aber auch (oft übersehene) soziale Faktoren eine große Rolle in der Qualität des Hochwasserschutzes im späteren Mittelalter. Gerade aus diesen erklären sich zum Teil die Dramen, die sich bei Sturmkatastrophen abspielten. Denn die Küstenbauern waren solchen Katastrophen meist nahezu schutzlos ausgeliefert. Eine angemessene Hochwassersicherheit bzw. Schutz vor Hochwasserkatastrophen war durch widrige wirtschaftliche Bedingungen und Unwissenheit meist nicht gegeben, was immer wieder zu großen Tragödien führte.

Massive Landverluste

Überall im Nordseeraum kam es im späteren Mittelalter zu wiederholten Hochwasserkatastrophen und massiven Landverlusten in Küstenfeuchtgebieten. In England, den Niederlanden, Norddeutschland und Südskandinavien gingen geschätzt tausende Hektar Land und Hunderte von Dörfern verloren im Meer. In der Schelde-Mündung in der heutigen Provinz Zeeland (Niederlande) beispielsweise gingen zwischen dem späten 13. und dem frühen 17. Jahrhundert mehr als 110 mittelalterliche Dörfer verloren. Und auf einer einzigen Insel vor der Westküste von Schleswig-Holstein in Norddeutschland - der Insel Strand - verschwanden mehr als zwanzig Dörfer, darunter das Handelszentrum von Rungholt. Einige von ihnen während der sogenannten Zweiten Marcellus-Flut vom Januar 1362 und dann der Rest in der Burchardi-Flut vom Oktober 1634.

In den letzten zehn Jahren ist die Forschung über diese historischen und weitreichenden Hochwasserkatastrophen besonders vorangetrieben geworden. Nicht zuletzt wegen des allgemeinen Anstiegs des wissenschaftlichen und öffentlichen Interesses an allen möglichen klimarelevanten Umweltrisiken. Historische Untersuchungen haben den Vorteil, eine langfristige Perspektive sowohl auf das Auftreten als auch auf die Auswirkungen von Hochwasserkatastrophen zu bieten, die sich immer als Produkt eines komplexen Zusammenspiels von Umwelt- und Sozialfaktoren herausstellen.

Das Zeitalter der Stürme

Die Idee eines "Zeitalters der Stürme" im späteren Mittelalter war bereits in der Geschichtsschreibung in den 1970er und 1980er Jahren begründet, basierend auf frühen Forschungen über extreme Wetterbedingungen. Katastrophale Nordsee Stürme werden normalerweise von den atlantischen Senken nördlich von Schottland produziert, die sich in Richtung Süden in den schmalen südlichen Teil der Nordsee bewegen. Der Wind peitscht das Wasser auf, was zusammen mit der Flut extreme Flutwellen und katastrophale Überschwemmungen verursachen kann. In den 1980er Jahren wurde eine erhöhte Häufigkeit solcher Sturmaktivität im späteren Mittelalter dem kälteren und windigeren Klima am Ende der so genannten Mittelalterlichen Warmzeit und den kältesten Perioden der Kleinen Eiszeit zugeschrieben. Die zunehmende Häufigkeit solcher Stürme hat Perioden des wirtschaftlichen und demografischen Abschwungs, wie die englische Krise des vierzehnten Jahrhunderts, zweifelsohne verschärft.

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Schlagworte:
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