Startschuss für Deckwerksbau auf Föhr

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Redakteur

(CIS-intern) – Föhr. Der Bau eines Deckwerks mit Wellenüberschlagsicherung auf Föhr beginnt zwar erst Mitte April 2022, doch die Vorbereitungen dieser auf zwei Jahre ausgelegten Küstenschutzmaßnahme starten bereits in den kommenden Tagen.

Die nordfriesische Insel wird durch einen 22 Kilometer langen Landesschutzdeich vor Überflutungen geschützt. Allerdings sind auf dem Deichabschnitt zwischen Ackerum und Toftum (rund 3200 Meter) die Treibselabfuhrwege in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Oder sie fehlen ganz.

Um künftig ein ganzjähriges, nahezu witterungsunabhängiges Befahren der seeseitigen Deichseite zu ermöglichen, lässt das MELUND durch den Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) hier für rund 9,5 Millionen Euro ein neues Deckwerk mit einer Gesamtfläche von rund 19.000 Quadratmetern bauen. Der seeseitig gelegene Weg dient nicht nur den Küstenschützern zur Deichunterhaltung. Er wirkt im Sturmflutfall als Wellenüberschlagssicherung und schützt durch die befestigte Oberfläche den Deich vor größeren Schäden.
„Um die Deiche in einem wehrfähigen Zustand zu halten, ist es extrem wichtig, Treibsel so schnell wie möglich wegräumen zu können“, sagt Birgit Matelski, Direktorin des LKN. „Deshalb freue ich mir sehr darüber, dass wir nun auf Föhr diese letzte Lücke schließen können.“ Treibsel, oder Schwemmgut, sollte innerhalb von vier Wochen abgeräumt werden, da sonst die Grasnarbe gelb und der Deich oberflächig beschädigt wird.

Die direkt am und seeseits des Deichs durchzuführenden Baumaßnahmen, für die unter anderem 27.000 Kubikmeter Klei und mehr als 23.000 Holzpfähle benötigt werden, sollen Mitte April 2022 beginnen und unmittelbar vor der Anfang/Mitte Oktober beginnenden Sturmflutsaison enden, so dass die Deichsicherheit in den Wintermonaten gewährleistet ist. Der gleiche Zeitraum ist auch für die Bauarbeiten im Jahr 2023 vorgesehen.

Da der umfangreiche Materialtransport über den Wyker Binnenhafen, der Gemeindestraße „Achtern Diek“ und den anschließenden Deichverteidigungswegen erfolgen wird, muss hier mit erhöhtem Verkehrsaufkommen gerechnet werden. Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit ist außerdem geplant, die Straße „Achtern Diek“ im Bereich des Hafenamtes/Polizei einseitig zu verbreitern. Hierzu wird eine vorübergehende Vollsperrung der Straße notwendig sein.

Wie wichtig wehrfähige Deiche sind, zeigte sich am 16./17. Februar 1962. Bei der letzten großen Katastrophenflut wurden auch die Deiche auf Föhr aufs Äußerste belastet. Für einen Abschnitt im Nordwesten bestand die akute Gefahr eines Deichbruches. Glücklicherweise ist es für die Bewohner damals nicht so weit gekommen.

Damit dies auch in der Zukunft, bei verstärkt steigendem Meeresspiegel, nicht passiert, sollen die Deiche an der Nord- und Ostseeküste von Schleswig-Holstein sukzessive als sogenannte Klimadeiche verstärkt werden. Wie dies erfolgen soll, ist im neuen Generalplan Küstenschutz Schleswig-Holstein, der am 1. Februar von der Landesregierung verabschiedet wurde, festgelegt. Demnach sollen die neuen Klimadeiche in der Lage sein, einen Meeresspiegelanstieg von bis zu einem Meter standzuhalten. Im neuen Bestick enthaltene Baureserven erlauben zudem mit relativ geringem Aufwand eine nochmalige Erhöhung um einen Meter.

Bildunterschrift: Hier soll auf einer Länge von mehr als drei Kilometern ein neues Deckwerk mit asphaltierter Wellenüberschlagsicherung entstehen. Aktuell endet der gepflasterte Treibselabfuhrweg noch in der Mitte des Deichabschnitts zwischen Ackerum und Toftum. Foto Probst/LKN.SH

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