Nördlichster Teil der Westküstenleitung bis Dänemark ist genehmigt

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Redakteur
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(CIS-intern) – KIEL. Der Bau für den letzten Abschnitt der Westküstenleitung kann beginnen. Die Leiterin der Genehmigungsbehörde überreichte heute den Planfeststellungsbeschluss für den fünften und nördlichsten Teil der Westküstenleitung auf deutschem Boden zwischen dem nordfriesischen Klixbüll und der dänischen Grenze an den Netzbetreiber TenneT. Darüber freute sich Energiewende- und Klimaschutzminister Tobias Goldschmidt: „In energiepolitisch düsteren Zeiten ist der heutige Tag ein Lichtblick. Mit jeder Genehmigung, mit jedem Meter gebauter Leitung kommen wir unserem Ziel der Klimaneutralität näher und befreien uns Schritt für Schritt aus der fossilen Abhängigkeit. Die Westküstenleitung steht beispielhaft für den konstruktiven Dialog zwischen den betroffenen Regionen, Netzbetreibern und dem Land Schleswig-Holstein. 2024 wird erstmals Strom bis ins dänische Endrup bei Esbjerg fließen – das ist ein wichtiger Schritt für die Energiewende im Norden“, sagte Minister Goldschmidt.

Die 380-kV-Westküstenleitung ist eines der großen Stromnetzvorhaben in Schleswig-Holstein, die das Übertragungsnetz an Schleswig-Holsteins Westküste zwischen Brunsbüttel, Süderdonn, Heide, Husum, Niebüll/Klixbüll und der dänischen Grenze verstärkt. Mittlerweile ist sie auf einer Länge von 83 Kilometern zwischen Brunsbüttel und Husum in Betrieb, der 39 Kilometer lange Abschnitt Husum-Klixbüll ist in Bau und soll im Herbst 2022 fertiggestellt werden. Der Bau des 15 Kilometer langen nördlichsten Abschnitts Klixbüll-Bundesgrenze Dänemark kann nun beginnen.

Auch Tim Meyerjürgens, COO von TenneT, freut sich über den Projekterfolg: „Dank der lösungsorientierten und zielstrebigen Zusammenarbeit mit dem Ministerium und den Behörden in Schleswig-Holstein halten wir heute die Genehmigung für die komplette Westküstenleitung in den Händen. Mit dem Planfeststellungsbeschluss für den letzten Leitungsabschnitt bringen wir dieses wichtige Energiewendeprojekt nun auf die Zielgerade. Noch im Juli werden wir mit den Bauaktivitäten beginnen, um in Kürze rund vier Gigawatt Übertragungskapazität bereitzustellen und den installierten Windstrom aus Dithmarschen und Nordfriesland zu transportieren. Diese Schnelligkeit und diesen Willen beim Netzausbau brauchen wir deutschlandweit, damit wir unseren Wirtschaftsstandort und Wohlstand nachhaltig, unabhängig von fossilen Energieträgern erhalten und die Klimaschutzziele erreichen.“

Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat gemeinsam mit dem Vorhabenträger TenneT und in Kooperation mit den Kreisen Nordfriesland und Dithmarschen sowie dem Verteilnetzbetreiber Schleswig-Holstein Netz AG einen umfangreichen Dialogprozess zur Westküstenleitung durchgeführt. „Wir haben bei der Planung der Westküstenleitung ausgesprochen konstruktiv mit der Region zusammengearbeitet und konnten zu sehr guten Planungslösungen kommen – beispielsweise einer Mitnahme der bestehenden 110-kV-Leitung auf einem großen Teil der neuen 380-kV-Westküstenleitung. Diese vertrauensvolle Zusammenarbeit möchte ich auch künftig fortsetzen,“ so Tobias Goldschmidt.

Hintergrund

Die Westküstenleitung ist eines der zentralen Höchstspannungsvorhaben in Schleswig-Holstein, die Windstrom aus Nordfriesland und Dithmarschen zunächst in Richtung Süden transportieren kann und in naher Zukunft als zusätzlicher Interkonnektor die Verbindung zwischen dem deutschen und dänischen Übertragungsnetz verstärken wird. Darüber hinaus wird in Schleswig-Holstein seit Jahren sowohl das Verteilnetz als auch das Höchstspannungsnetz für die Erfordernisse der Energiewende ausgebaut. In den letzten Jahren sind wichtige Netzausbauvorhaben genehmigt worden und in Betrieb gegangen, so zum Beispiel im Herbst 2020 die verstärkte sogenannte Mittelachse zwischen Hamburg/Nord, Flensburg und Süd-Jütland und kurze Zeit später die neue Seekabel-Verbindung von der schleswig-holsteinischen Westküste nach Norwegen.

Durch die erheblichen Fortschritte beim Netzausbau sind die Einspeisemanagementeinsätze, das heißt die netzbedingten Abregelungen von Windkraftanlagen, 2020 und 2021 in Schleswig-Holstein deutlich zurückgegangen. Das bedeutet, dass die im Land erzeugbare Energie nun zu einem viel höheren Anteil als in der Vergangenheit tatsächlich verwendet werden kann. Dazu beigetragen hat insbesondere in Dithmarschen der Ersatzneubau der 110-kV-Leitung, die im Zusammenhang mit dem Bau der Westküstenleitung zwischen Brunsbüttel und Niebüll auf einem großen Teil der Strecke auf dem gleichen Gestänge mitgenommen wird, die Inbetriebnahme der Mittelachse und der Bau- und Inbetriebnahme-Fortschritt der Westküstenleitung.

Der erfolgreiche Netzausbau in Schleswig-Holstein führt dazu, dass Engpässe fortlaufend weiter Richtung Süden verlagert wurden. Gleichzeitig nimmt der Ausbau der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien, insbesondere der Photovoltaik und der Windenergie an Land wieder Fahrt auf. Dies wird dazu führen, dass das Verteil- und das Übertragungsnetz in Schleswig-Holstein zukünftig mehr Strom transportieren muss. Weitere Höchstspannungsleitungen für die Erfordernisse der Energiewende sind bereits in Planung: So enthält das erweiterte Bundesbedarfsplangesetz von 2021 den sogenannten Korridor B, eine Gleichstromverbindung mit Erdkabelvorrang von Heide im Kreis Dithmarschen nach Nordrhein-Westfalen. Die Novelle des Bundesbedarfsplangesetzes 2022 bestimmt weitere zusätzliche Höchstspannungsleitungen, darunter unter anderem eine Gleichstromverbindung zwischen Heide und Mecklenburg-Vorpommern.

Parallel dazu baut der Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz AG die Verteilnetze weiter aus.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Matthias Kissing, Christina Lerch, Jonas Hippel | Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur

Foto: Mario De Mattia

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